Im Treibhaus. Wissenswertes über den Klimawandel

Das Verbrennen von Kohle und Erdöl verändert die Temperatur auf unserer Erde. Mit dramatischen Folgen – von der Gletscherschmelze bis zur Meeres-übersäuerung, von Über-flutungen bis Hungersnöten, die Millionen Menschen in die Flucht treiben. Bevor es zu spät ist, müssen wir alle etwas da-gegen tun. Der Schlüssel liegt im Reduzieren von Verbrennungsprozessen.

„Treibhauseffekt“ ist ein Begriff, den jeder schon gehört hat. Mittlerweile warnen nicht nur Umweltorganisationen und Wissenschaft, auch die Politik hat das Problem erkannt und muss sich damit befassen. Doch was ist das genau, der „Klimawandel“? Wie ist er entstanden? Und vor allem, wie geht es weiter?

Warum sich die Wärme staut
Dazu muss man wissen: Die Wärme, in der wir auf der Erde leben, kommt aus zwei Richtungen. Zum einen, das ist klar, von der Sonne, deren Strahlen uns aus dem Weltraum treffen. Zum anderen kommt diese Wärme aber auch von der Erde selbst, die Strahlung abgibt. Und während die Sonnenstrahlung ziemlich ungehindert durch die Atmosphäre durchkommt, wird die Wärmeabstrahlung der Erde leicht gehemmt: von den sogenannten Treibhausgasen. Diese Elemente, etwa Kohlendioxid (CO2) oder Methan, sind in der Atmosphäre nämlich auch von Natur aus enthalten.

Die Treibhausgase lassen also die ankommende Sonnenstrahlung durch, nicht jedoch die von der Erdoberfläche abgestrahlte Wärme. Es kommt zu einer Art Wärmestau. Das ist auch gut so, denn ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre die Erde um 33 Grad kälter und somit für die meisten Lebewesen unbewohnbar.

Das Problem: Der natürliche Treibhauseffekt wird durch den Einsatz fossiler Brennstoffe gefährlich hochgetrieben. Seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ist die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre drastisch gestiegen: Der Anteil an Kohlen-dioxid (CO2) in unserer Atmosphäre hat sich um 40 Prozent erhöht. Das verstärkt den Treibhauseffekt, das Klima heizt sich auf.

Katastrophen und Klimaflüchtlinge
Die zunehmende Erwärmung bringt die Ökosysteme weltweit aus dem Gleichgewicht. Tier- und Pflanzenarten sterben aus, Wetterkatastrophen häufen sich: Überschwemmungen, Stürme, Brände. Gletscher schmelzen ab, Erreger tropischer Krankheiten breiten sich aus. Durch den Anstieg des Meeresspiegels werden Küstengebiete überflutet, Böden und Grundwasser versalzen. Österreich spürt die Auswirkungen in Form von zunehmenden Dürren, Hitzewellen und beim Verlust der Schneesicherheit im Wintertourismus – die Schäden für das Land werden auf bis zu 8,8 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt, informiert die österreichische Umweltorganisation Global 2000.

Alarmierend ist auch, wie viele Menschen bisher schon durch klima- und wetterbedingte Katastrophen ihre Heimat verlassen mussten. Die Umweltorganisation Greenpeace nennt Zahlen: Zwischen 2008 und 2015 wurden 110 Millionen Menschen durch Überschwemmungen vertrieben, 60,2 Millionen durch Stürme, 960.000 durch extreme Temperaturen, 704.000 durch Erdrutsche und 362.000 durch Waldbrände.

Die Chance von Paris
Die Prognose der führenden Klimaexperten: Wenn die Industrie- und Schwellenländer ihren Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere vier Grad ansteigen. Das würde große Gebiete zu Wüsten machen.

Die Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Paris ist die letzte Chance, die Folgen des Klimawandels noch einigermaßen einzudämmen: Mit diesem Abkommen vom April 2016 haben sich mehr als 170 Staaten zu dem Ziel verpflichtet, einen Anstieg auf 1,5 Grad Celsius nicht zu überschreiten. Ein Ziel, dessen Erreichen der deutsche Klimaforscher Stefan Rahmstorf für unwahrscheinlich hält, wie er im Interview auf science.ORF.at erklärt: „Die Erwärmung liegt bereits jetzt 1,1 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Realistischer ist es, die Erwärmung unter zwei Grad zu halten. Aber selbst das erfordert sehr ambitionierte und wirklich rasche Anstrengungen.“

Die beste Energie ist die, die man nicht verbraucht
Die Voraussetzung, um die Erderwärmung in den Griff zu bekommen: Wir müssten die Treibhausgas-Emissionen in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts komplett herunterfahren, praktisch auf null stellen. Das bedeutet einen vollständigen Ausstieg aus fossilen Energien bis zum Jahr 2050. Die Heizung spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie hat weltweit über 40 Prozent Anteil am Energieverbrauch – ein riesiges Einsparpotenzial. Und damit bekommt auch die Dämmung eine enorme Bedeutung im Klimaschutz: Denn je mehr gedämmt wird, desto weniger (fossile) Brennstoffe müssen verbrannt werden, durch welche CO2-Emissionen ausgestoßen werden.

Von der Erdoberfläche abgestrahlte Wärme wird von den Treibhausgasen nicht durchgelassen. Die Erde wird heißer.
Der Einsatz fossiler Brennstoffe führt zu Hitzewellen und Dürren sowie Unwetter und Überschwemmungen – klingt paradox, aber alles drastische Folgen des Klimawandels.